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Lausch: Lebensgefährliche ÖBB-Sparmaßnahmen forderte 14 Verletzte

Eine größere Katastrophe konnte durch umsichtige Lokführer verhindert werden
Wien, 10.10.2009 (BA)

Das gestrige Zugunglück am Matzleinsdorfer Platz in Wien forderte mindestens 13 leicht- bis mittelschwer Verletzte, sowie einen Schwerverletzten (Bahnaktuell hatte berichtet). Während sich die ÖBB noch in Schweigen hüllt, hat der freiheitliche NAbg. Christian Lausch aus informierten Kreisen bereits schockierende Informationen.

„Der Unfall ist eindeutig auf nicht vorhandene Sicherheitsmaßnahmen zurückzuführen! Die Schnellbahn 26471 auf dem Weg nach Wiener Neustadt stieß am gestrigen Freitag um 12.07 mit einem Bauzug zusammen, da keinerlei Maßnahmen zur Sicherung der Baustelle des künftigen Wiener Hauptbahnhofes existieren“, hält Lausch fest.

Tatsächlich waren die Baumaßnahmen auf dem Gleisbett zum Zeitpunkt des Unfalls nicht einmal durch optische Signale gesichert. Christian Lausch kann das nicht nachvollziehen: „Der Lokführer der Schnellbahn war in keinster Weise vorgewarnt. Er hatte keinerlei Kenntnis, dass ein Bauzug „sein“ Gleis mitbenutzt – kein Signal hat ihn gewarnt. Weder ihn noch den Fahrdienstleiter trifft eine Schuld; der rasche Bremsvorgang hat sogar Schlimmeres verhindert.“ Zu einer wahren Katastrophe hätte es in der Tat kommen können, wäre der folgende Schnellzug 404 (Kaschau-Wien) nicht ebenfalls mit einem umsichtigen Triebfahrzeugführer besetzt gewesen, der reaktionsschnell seinen Reisezug zum stehen bringen konnte.

Um solch folgenreiche Zusammenstöße auf der Strecke ausschließen zu können sind eigentlich Schutzweichen unumgänglich. Doch die Bahn verzichtet, mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde, fahrlässiger Weise aus Kostengründen bereits seit Jahrzehnten auf diese Sicherung, die z.B. in Deutschland zum absoluten Standard gehört. Doch selbst bei der Rettung der Verunglückten schlief gestern die ÖBB-Sicherheit. Erst eine Stunde nach dem Unfall wurde der Strom bei der Fahrleitung (vermutlich auf Weisung der Feuerwehr) abgeschaltet. Somit fand sogar die Bergung der Verletzten unter Lebensgefahr statt.

„Dieser Unfall muss endlich aufzeigen, dass es bei den ÖBB kein „weiter so“ geben darf. Aus Kostengründen wird hier mit der Gesundheit und sogar mit dem Leben der Fahrgäste und der ÖBB-Bediensteten gespielt. Um das rote Prestige-Projekt ‚Wiener Hauptbahnhof‘ auf Teufel komm raus fertig zu stellen und die ausufernden Kosten nicht noch weiter explodieren zulassen, wird einfach komplett auf jede Sicherheitsvorkehrung gepfiffen. An dieser Stelle gelten jedoch allen betroffenen Fahrgästen und insbesondere dem schwerverletzten Lokführer meine aller herzlichsten Genesungswünsche“, schließt Lausch.

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