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Deutsche Bahn macht Elstertalbrücke fit für die Zukunft

Arbeiten an der denkmal-geschützten Ziegelsteinbrücke starten • Eingleisiger Betrieb auch während des Baus • Streckenabschnitt Herlasgrün—Plauen (Vogtland) nur zeitweise mit Einschränkungen • Betrieb wird zuverlässiger und pünktlicher

Leipzig, 24.01.2022 (BA/gm)
Die Deutsche Bahn (DB) macht die historische Elstertalbrücke im Vogtland wieder fit für die Zukunft: In Kürze starten die Arbeiten. Die historische Ziegelsteinbrücke mit rund zwölf Millionen verbauten Steinen ist in die Jahre gekommen. Wasser dringt ins Mauerwerk, Risse und Hohlräume haben sich über Jahrzehnte gebildet. Damit die Standsicherheit auch für die kommenden Jahrzehnte gewährleistet ist, erneuert die DB die Fahrbahnwanne und saniert das Mauerwerk und weitere Bauteile wie das Stahlbetongewölbe der Brücke von Grund auf.

Um die Einschränkungen im Zugverkehr während der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten, bekommt der Abschnitt zwischen Herlasgrün und Plauen (Vogtland) außerdem zwei sogenannte Überleitstellen in Höhe Jocketa und Liebau. Das sind zusätzliche Weichen für einen Gleiswechsel auf der zweispurigen Strecke. Ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW) wird die Überleitstellen künftig steuern. Damit kann der eingleisige Bauabschnitt von 15 auf 2 Kilometer stark verkürzt werden. Die Überleitstelle bei Jocketa wird auch nach Abschluss der Arbeiten verbleiben. So profitieren Fahrgäste zukünftig von einem zuverlässigeren und pünktlicheren Bahnverkehr. 

Die denkmalgeschützte Brücke verbindet unter anderem die Bahnhöfe Herlasgrün und Plauen miteinander auf der Strecke Leipzig–Hof. Die Vorbereitungen für die Arbeiten haben bereits begonnen: So führte die DB beispielsweise Bauwerks- und Baugrunduntersuchungen, Vermessungsarbeiten und umfangreiche Planungsarbeiten der beteiligten Gewerke durch. Das Modulgebäude für das künftige ESTW ist errichtet und die Teilflächen für die Baustelleneinrichtung sind vorbereitet.

Nun beginnen die Arbeiten für die Inbetriebnahme des ESTW Ende Mai 2022. Ab April 2022 beginnt die Anlieferung der Gerüstbauteile und der Kräne und in Folge die Einrüstung der Brücke. Ende Mai starten die Arbeiten an der Brücke. Ein Gleis wird zum Baugleis und auf dem 2. Gleis werden die Züge fahren. Das Umschwenken auf das andere Gleis erfolgt dann im September 2023.

Bauablauf
Bauphase 0 28.05.2022 Arbeiten zur Inbetriebnahme der Überleitstelle und des ESTW
Bauphase 1 29.05.2022 -31.08.2023  

Baugleis A, Streckengleis Leipzig/Hof

Bauphase 2 01.09 2023 – 31.08.2024  

Baugleis B, Streckengleis Hof/Leipzig

Bauphase 3 Vsl bis 30.06.2025 Nachlaufarbeiten nach Inbetriebnahme der neuen Fahrbahnwanne, rückbaubauzeitliche Gewerke-leistungen

Die Sanierung der Brücke erfolgt unter rollendem Rad. Dennoch sind zum Teil Sperrungen notwendig, die den Bahnverkehr zeitweise einschränken. Es verkehren die Züge der RB 2 sowie der RB 5 der Vogtlandbahn. Informationen sind unter www.laenderbahn.com/vogtlandbahn zu finden. Auch Züge der Linie der RE 3 der Mitteldeutschen Regiobahn sind auf dieser Strecke unterwegs. Aktuelle Informationen gibt es unter www.mitteldeutsche-regiobahn.de. Fahrplanänderungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Bei der Sanierung kommt modernes Arbeitsgerät zum Einsatz. Trotzdem lassen sich Beeinträchtigungen durch Lärm nicht gänzlich verhindern. Anwohnende werden frühzeitig über die anstehenden Arbeiten informiert, die Bauverantwortlichen vor Ort stehen kontinuierlich mit ihnen im Austausch.

Die historische Brücke liegt in einem Naturschutzschutzgebiet. Es werden unter anderem sechs Umzugsquartiere für Turmfalken angebracht. Während der Bauarbeiten sorgen Durchlässe im Gerüst der Brücke für ein leichtes Ein- und Ausfliegen der Fledermäuse, die im Inneren der Brücke leben. Gemeinsam mit den Naturschutzbehörden wurde ein Konzept für Ausgleichsmaßnahmen abgestimmt. Die Sanierung soll bis Juni 2025 abgeschlossen sein.

Zehn Fakten zur Elstertalbrücke

Die Elstertalbrücke …

  • … ist mit 12 Millionen verbauten Steinen die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt
  • .… wurde von 1846 bis 1851 erbaut.
  • … steht unter Denkmalschutz
  • .… wird mit ihren 8 großen und 10 kleinen Bögen von 9 Pfeilern getragen.
  • … ist 280 Meter lang
  • .… ist an der tiefsten Stelle 70 Meter hoch.
  • … führt zwei Gleise auf 10,25 Metern Breite
  • .… liegt zwischen Herlasgrün und Plauen im Vogtland, auf der Strecke Leipzig – Hof.
  • … wird durch eine neue Überleitstelle und ein Elektronisches Stellwerk zukünftig störungsresistenter
  • .… kann nach der Sanierung mit maximal 160 km/h auch von schnellen Reisezügen befahren werden.

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