Südwest Presse: Kommentar zum Thema Lokführer
Ulm, 05.03.2011 (BA)
Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern kann einvernehmlich funktionieren. Das zeigen zur Zeit etliche Unternehmen, die Lohnerhöhungen vorziehen und Sonderzahlungen leisten. Diese Firmen danken ihren Mitarbeitern damit für die Verantwortung, die sie während der Krise übernommen haben. Was im Kleinen funktioniert, sucht man im Großen oft vergebens.
Bei der Tarifauseinandersetzung zwischen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL herrscht alles andere als Eintracht. Provokationen und Fehlinformationen bestimmen den Streit. Die Privatbahnen haben bereits Konsequenzen gezogen und sind nicht länger bereit, mit der GDL zu verhandeln. Einer der Gründe: Nicht einmal ein Notverkehr, etwa für den Transport lebensrettender Blutkonserven, wurde während des gestrigen Warnstreiks aufrecht erhalten.
Da sind die Lokführer gefragt, Verantwortung zu übernehmen - auch für ihren Berufsstand: Tausende Fahrgäste, allen voran die Berufspendler, verlassen sich auf die Dienste der Bahn - sie zu enttäuschen, ist sicherlich nicht geschäftsfördernd.
Der Geschäftsgrundlage entzieht sich die GDL auch durch ihr Gebaren: Wenn die Arbeitnehmervertretung ihre Gesprächspartner vergrault, kann sie ihrem Auftrag nicht nachkommen. Das Angebot der Arbeitgeber nicht einmal zu diskutieren, sondern auf stur zu schalten, ist abwegig. Die GDL manövriert sich damit aufs Abstellgleis.